Grabfelder und Gedenkstätten  
für fehl-und totgeborene Kinder

leere Wiege
kein Ort
kein Platz
Es ist einfach nicht da- das Kind .
Gerade noch große Freude...
Nun jedoch große Traurigkeit
und oft die Frage :
wie konnte das geschehen ?
warum ?
Viele Frauen erleben dieses ,sie erleben eine Fehlgeburt.
„Man” spricht nicht gern darüber, es war ja noch so klein – und doch:
Es war schon da...
Kein Ort - Kein Platz.
Für Trauer  .....
Ich kann keinen Blumenstrauß hinlegen.

 

in meiner Nähe:

Soltau (Waldfriedhof), berichtet wurde in der WZ am 12.05.2003 hier meine Zusammenfassung :

 

Wer einen lieben Menschen verliert, ist auf der Suche nach einem Ort, an dem er trauern kann, an dem er diesem Menschen auch nach dem Tod nahe sein kann. In den meisten Fällen ist dieser Ort das Grab auf dem Friedhof, an dass die Angehörigen immer wieder zurückkommen, um sich an den Verstorbenen zu erinnern. Doch was können Menschen tun, die ihre Liebsten nicht begraben konnten? Mütter, deren Kinder als Frühgeburten tot auf die Welt gekommen sind, Angehörige von Opfern, die nach Katastrophen oder Kriegen nie wieder gefunden werden – für diese Menschen und ihre nicht bestatteten Toten gibt es seit dem9.05.2003 eine erste Gedenkstätte in der Region: auf dem Soltauer Waldfriedhof.

„Leben und Tod kommen hier zusammen“, sagt Pastorin Christiane Plöhn, die die Vögel beobachtet hat, ihr zwitschern hört denn der Verkehrslärm dringt nicht bis zur Gedenkstätte durch ,eine Idylle.Sie unterstreicht den Wert der Gedenkstätte für nicht bestattete Tote, denn „wenn der Tod zwar erklärt und nicht begriffen wird, kann der Tod nicht beklagt, sondern nur erstickt werden. Trauern ohne Ort und Form ist lebenshindernd.“ Erfahrungen und Empfindungen, die auch Mütter gemacht haben, deren Babys noch vor der Geburt starben – zu früh, um bestattet werden zu können. „Wo sollte ich denn bisher trauern? Etwa am Müllcontainer des Krankenhauses?“

Diese Mütter haben nun dank der Soltauerin Johanna Kröger endlich einen Ort, an dem sie versuchen können, das Geschehene zu begreifen.Ihr kam die Idee während eines Gottesdienstes.

Die Resonanz ist groß - viele Betroffene diese  Erkenntnis teilen  auch Kirchengemeinde und Kommune und die Errichtung eines Ortes zum Trauern auf dem Soltauer Waldfriedhof ermöglichten: „Diese Gedenkstätte ist gut für die Seele unserer Stadt“, betonte die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Balke bei der Einweihung der Stätte. Eine Seele, die mit der Holzskulptur der Künstlerin Elke Kirstein Schulz ein einladendes Gesicht bekommen hat und Schutz, Wärme und Stärke ausstrahlt – je nach dem, was der Betrachter sucht.
*Ich danke Ihnen Fr. Kröger *

Celle / ELDINGEN:


„Zuflucht wirst Du haben unter Gottes Flügeln.” Worte eines Psalms (91,4) stehen auf dem Findling. In der Mulde liegt eine rote Rose. Bunte Blumen vor dem Stein bringen zusätzlich etwas Farbe ins Bild. Dies ist der Ort, an dem auf dem Friedhof in Eldingen künftig Menschen trauern können, die sich auf ein Kind freuten und es nicht bekommen konnten, weil die Mutter eine Fehlgeburt hatte. Eldingen gibt tot Geborenen einen Platz.

Bremen:
Wenn eine Schwangerschaft frühzeitig endet, werden kleinen Seelen & Kindern von den Krankenhäusern in Bremen und Bremerhaven ab sofort nicht mehr „entsorgt”, sondern auf einem Friedhof beigesetzt. Mit dieser Regelung ist Bremen nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft das erste Bundesland, in dem bei "stationären Tot- und Fehlgeburten " (schreckliche Wortwahl)eine Bestattung unabhängig von gesetzlichen Vorschriften gesichert ist.    

                                           

Walsrode

berichtet wurde in der WZ am 25.11.07+ 07 /2008 hier meine Zusammenfassung :

     

Begräbnis- und Gedenkstätte auf dem Walsroder Friedhof errichtet

24.11.2007

 Würdiges Trauern um Sternenkinder

„Die Sternenkinder sollen unter uns sein“

Es gibt Projekte, deren Umsetzung dauern manchmal Jahrzehnte. Von der ersten Idee bis zur Einweihung der Begräbnis- und Gedenkstätte für die Sternenkinder auf dem Walsroder Friedhof verging nicht mal ein Jahr. Der Tod von Kindern, auch von ungeborenen Kindern macht nicht nur Betroffene betroffen. Das ist wohl der Hauptgrund, warum dieses beispielhafte Vorhaben so rasch verwirklicht werden konnte.

Bis vor 20 Jahren seien die toten Ungeborenen in den Kliniken „entsorgt“ worden. „Aber auch die Ungeborenen gehören zu uns. In ihnen steckt bereits das ganze Potenzial des Ebenbildes Gottes. Es ist christliche Pflicht, diese Sterbenden menschenwürdig zu bestatten. Sie sollen unter uns sein, wo auch die anderen Angehörigen die letzte Ruhe gefunden haben und wo alle um sie trauern können“, hob Petra Wallmann hervor.

WALSRODE (hf) Sternenkindern muss man würdig gedenken können. Deshalb wurde in gemeinsamer Anstrengung auf dem Walsroder Friedhof eine würdige Begräbnis- und Gedenkstätte angelegt.Dieser Ort ist einer Initiative der Kirche mit Superintendentin Petra Wallmann, Krankenhausseelsorge, des Personals im Heidekreis-Klinikum Walsrode mit Dr. Burckhardt an der Spitze sowie des Rotary-Clubs Walsrode mit seinem Präsidenten Volker Eckhardt zu verdanken. Mit der Errichtung einer Gedenkstätte in Walsrode wird das Thema Sternenkinder in der Region erstmals öffentlich gemacht.

Sternenkinder werden gestorbene Kinder genannt. Die Gedenkstätte ist für Jungen und Mädchen gedacht, die bei der Geburt oder im Mutterleib gestorben sind oder abgetrieben wurden. Wenn Kinder über 500 Gramm wiegen, gelten sie als Leichen und müssen bestattet werden. Auf Verlangen der Eltern können auch Fehl- oder Ungeborene unter 500 Gramm bestattet werden.

"Denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder", heißt es im Lukas-Evangelium 20, Vers 36. Für die trauernden Eltern, deren Kinder nicht das Leben auf dieser Erde geschenkt bekommen haben, werden sie sicher in der Erinnerung Engel bleiben. Aber zum Trauern braucht man einen Ort, um Abschied nehmen zu können.

Im Walsroder Heidekreis-Klinikum gibt es jedes Jahr etwa 100 bis 140 Sternenkinder, die bisher zum Rotenburger Diakoniekrankenhaus gebracht und zweimal jährlich in einer Bestattungszeremonie mehr oder weniger anonym beerdigt wurden. Diese Beerdigungsfeiern sind nun auf dem Walsroder Friedhof möglich. Wenn es gewünscht wird, können die Eltern an der Trauerzeremonie und Beerdigung der kleinen Leichname teilnehmen.

Superintendentin Petra Wallmann sah es mit Freude, wie durch die Arbeit vieler Helfer eine würdige Trauerstätte entstand. Den Gedenkstein nach einem künstlerischen Entwurf des Künstlerpaares Andrea Kleinschmidt und Thomas Anderseck aus Mengebostel hält die Oberhirtin des Kirchenkreises für sehr gelungen. Eine Knospe aus Edelstahl zwischen zwei ausgekehlten Steinsäulen symbolisiert die Entstehung des Lebens, der dunkle Hintergrund die traurige Seite.

Geld allein macht nicht glücklich. Aber Geld kann dabei helfen, Leid etwas erträglicher zu machen. Mit der Einrichtung der Begräbnis- und Gedenkstätte für so genannte „Sternenkinder“ auf dem Walsroder Friedhof gibt es seit November 07 einen Platz zum Abschied nehmen. Nach Spenden der Kommunen Bad Fallingbostel und Bomlitz ist das Projekt komplett finanziert.

Die Resonanz sei durchweg gut, berichtet unter anderem Klinikseelsorgerin Anne Wippermann. „Auch Hebammen nutzen das Angebot“, macht sie deutlich, welche Kreise die Betroffenheit in solchen Fällen zieht. „Endlich gibt es einen Ort für ein Abschiedsritual.“

Viele verzichten bei diesem Projekt auf Entgelt. Die meisten Bestatter haben sich bereit erklärt, kostenfrei für Sarg und Überführung zu sorgen. Die Friedhofsverwaltung verzichtet auf Gebühren, Pflege und Blumenschmuck sind kostenfrei.

 

 

 

Bergkirchen

 

Eine Gedenkstätte möchte ich erwähnen auch wenn sie nicht in meiner nahen Umgebung liegt.

Im Juli 08 trat Rita  Budowinsky per E- mail an mich heran  und ich habe großen Respekt vor ihr und ihrer Arbeit .Ich bin sehr dankbar für ihren EInsatz

 

    

" Ich lebe , auch wenn ich tot bin ...."

"....weil ich hier sein darf "

 

„ Mein Name ist Rita Budowinsky

Hier möchte ich etwas über die Hintergründe und Entstehungsgeschichte und der Gedenkstätte für nicht beerdigte Kinder sagen.

Diese Gedenkstätte ist aus eigener Betroffenheit entstanden und darum danke auch immer wieder meinem kleinen Sohn,

den ohne ihn würde es diesen Platz heute nicht geben.

Ein Kind zu verlieren, aus welchem Grund und egal zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft geht an keiner Frau spurlos vorüber.

Oft haben Eltern schon einen Namen überlegt, eine Lebensgeschichte hat begonnen.

Manchmal jedoch stirbt dieser Lebenstraum. Aus Vorfreude auf ein Kind, wird Verzweiflung, Trauer und Angst.

Den Tod als endgültigen Abschied mit allen Sinnen begreifen, dafür benötigen wir Zeit und Raum, aber auch Rituale und Symbole.

Fehlen diese, beispielsweise in Form einer Beerdigung, so gibt es keinen Ort, an dem wir unsere Trauer tragen können.

Es ist so wichtig, einen Platz für seine Trauer zu haben, denn wenn man so einen tragischen Verlust nicht aufarbeitet,

wird man krank,  was ich heute aus eigener Erfahrung sagen kann.

Darum ist es gut, das diese Gedenkstätte als Tabu-Bruch entstanden ist

und Menschen den Mut finden über ihre Trauer zu reden.

 

Angefangen hat aber alles im April 2001…

Damals belegte ich in Bergkirchen ein Trauerseminar zum  Thema   „Plötzlicher Kindstod“,

und dabei holte mich meine eigene Geschichte ein.

Die Frauen erzählten von ihren Kindern und von den Fotos die sie aufgestellt haben,

damit die später geborenen Geschwister von ihnen erfahren sollten.

Ich brach völlig zusammen, bin  nach hause gefahren und wollte wenigstens wissen an welchem Tag mein Sohn gestorben ist…nach fast 28 Jahren…

 

Viel später fand in einem Buch von Anne Geddes dieses Foto.

Es zeigte mir, wie ein 30cm großes und 500g schweres Baby aussieht und das so etwas Wunderschönes  nicht in den Klinik-Müll gehört.

Von nun an sollte ein neues Bewusstsein in mir wachsen, dass es mir erlaubt,

ohne Verdrängung und schlechtes Gefühl an meinen Sohn zu denken...

Vielleicht oder nein sogar bestimmt, war dies der Anfang der Gedenkstätte für nicht beerdigte Kindern in Bergkirchen....

auch wenn zu diesem Zeitpunkt wohl niemand daran dachte, noch nicht einmal ich.

 

Es vergingen 3 weitere schwere Jahre des Aufarbeitens,

bis ich im August 2004 nach Hamburg fuhr um diese Gedenkstätte zu besuchen.

Danach suchte ich das Gespräch mit Pastor Zoske.

Ich erzählte von Hamburg und überzeugte ihn, wie wichtig so ein Platz auch für uns ist.

Auf meinem Weg bis zur Entstehung der Gedenkstätte begegneten mir viele Menschen mit gleichem Schicksal.

Egal um was es danach ging und wenn ich auch fragte, alle waren mit eigener Kraft oder Spenden dabei.

Im November 2004 – stellte ich mein Projekt bei der Hobbykünstlerausstellung  in Münchehagen vor.

Aber ich wollte weiterhin Menschen begeistern und Spenden sammeln.

Das ist mir danach auch gelungen.

 

Im April 05  wurde der Platz ausgemessen und schon am 20. September  der Stein  aufgestellt.

Genau 5 Tage später, am 25. September 2005  war der Einweihungsgottesdienst.

 

Es war ein würdevoller ganz von Gott getragener Tag mit viel Trauer,

aber auch mit viel Freude im Herzen.

Nun bin ich  am Ende  - alles was ich mir  gewünscht habe,

ist Wirklichkeit geworden.

 

Der Platz in Bergkirchen ist angenommen

und bietet vielen Menschen

End-lich einen Ort  zum Trauern.

Möglichkeiten loszulassen

Frieden finden

Aber auch: ernst genommen werden mit meinem Verlust.

Nicht mehr kämpfen müssen,

dass mir auch Trauer zusteht für so ein Kind.

Ein Ort, wo alles Platz hat, alles sein darf.“

 

 

 

weitere Städte -->  Grabfelder & Gedenkstätten- klick mich

Dieses Foto stammt von einem Kindergrabmal in Hanau .Eine in Deutschland wohl einmalige Kooperation sind das ökumenische Projekt Kindergrabmal und die Schreinerklasse der Ludwig-Geißler-Schule eingegangen. Die Schüler haben im Rahmen des Unterrichts Särge entworfen und gebaut, die zur Beisetzung totgeborener Kinder, für die keine Bestattungspflicht besteht, benutzt werden können.

 

 

 

 

           

Kostenlose Webseite erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!