07.02.2003
Die Trauer verlief bei Jörg und mir völlig unterschiedlich. Auch nun noch nach mehr als 4 Jahren ist die Trauer nicht fort ....
sie ist da - doch sie hat sich im Laufe der Jahre verändert ....

Ich mußte während des Aufbaus der Page häufig an wunderschöne Zeilen, die mir aus dem Herzen sprechen, denken.
Zeilen, die Sabine Meckelburg aus der Feder entsprungen sind,
welche sie bei den Schmetterlingskindern veröffentlichte und ich es hier einfügen darf. *Danke Sabine*

"Ich dachte, ich hätte die Trauer irgendwie im Griff, da schlug sie mit aller Härte wieder zu".
So oder so ähnlich hat es jeder von uns schon empfunden.
Ich habe mich oft gefragt warum und bin jetzt auf eine Lösung gestoßen.

Das Trauerkind

Der Moment, an dem wir unser Kind gehen lassen mußten, ist der Moment der Geburt unserer Trauer.
Und wie ein Neugeborenes verhält sie sich auch. Sie füllt unser ganzes Wesen aus, unseren ganzen Tag,
unser ganzes Dasein.
Wie ein Säugling den ganzen Tag von uns getragen wird, tragen wir die Trauer 24 Stunden.
Wir spüren ihr Gewicht körperlich in Form von Schmerz. Die Trauer liegt auf unserer Brust,
nimmt uns die Luft zum Atmen und trinkt unsere Energie.
Es gibt nichts Anderes in dieser ersten Zeit, nur den Schmerz, die Kraftlosigkeit, die Trauer.  

Aber ein Säugling entwickelt sich, zunächst unmerklich, dann mit kleinen Sprüngen.
Plötzlich kann es von der Mutter wegrobben, eigenes Terrain entdecken.
Es wird nicht mehr 24 Stunden am Tag an der Brust getragen, will das auch nicht.
Es braucht noch immer sehr viel Körperkontakt, aber auch Freiraum.
Und irgendwann schläft es zum ersten Mal durch.
Und unsere Trauer: Verblüfft stellen wir fest, daß wir die Trauer zwar noch ständig spüren,
daß der körperliche Schmerz aber Pausen macht, Pausen an denen man zwar noch sehr intensiv trauert,
aber wieder atmen kann.
Die Lebensenergie wird nicht mehr unendlich abgezogen, Kleinigkeiten des Alltags sind uns wieder möglich.
Manche Mütter können das erste Mal nach langer Zeit wieder nachts schlafen, bei Anderen waren
(wie bei manchen "lebenden Kindern") die Nächte eigentlich kein so großes Problem.
Wieder ist das "Schlafenkönnen" nicht das Maß unserer Trauer oder gar unserer Liebe zu unseren Sternchen.

Dann kommt das Kind in den Kindergarten.
Am Anfang macht sich die Mutter große Sorgen, denkt die ganzen 4 Stunden ununterbrochen an ihr Kind.
Manche Kinder fällt der Übergang leicht, andere klammern.
Liebt eine Mutter ihr Kind weniger, wenn das Kind losläßt und geht?
Natürlich nicht. Liebt eine Mutter ihr Kind weniger oder mehr,
wenn das Kind mit 5 Jahren mehr oder weniger Körperkontakt braucht?
Natürlich nicht. Und nach dem Kindergarten kommt das Kind in die Arme der Mutter geflogen,
holt sich die Geborgenheit die es braucht und will erzählen.
Genauso ist es mit unserer Trauer. Nicht einschneidend, aber schleichend, gibt es Momente,
an dem wir die Trauer nicht spüren, an dem wir vielleicht über Witze lachen können,
einen Kuschelabend mit unserem Partner verbringen oder richtig aufmerksam einen Film ansehen können,
ohne ständig an unseren Verlust zu denken. Und wie bei den lebenden Kindern,
so ist diese Entwicklung auch bei unseren Engelchen bei jedem Anders.
Aber die Liebe ist immer die Gleiche. Und der Schmerz kommt dann auch zurück,
genauso nah genauso heftig wie man es schon gewöhnt ist.

Manchmal bekommt das Kind ein Geschwisterchen. Es ist eifersüchtig,
weil das neue "Neugeborene" mehr Zeit und körperliche Nähe beansprucht,
fühlt sich vom Thron gestoßen und fällt in alte Babygewohnheiten zurück.
So kann es auch unserem Trauerkind gehen, wenn ein Folgekind kommt.
Schon in der Schwangerschaft stellt sich oft die körperliche Trauer ein,
diesmal verbunden mit Angst. Und ist das Folgebaby erst einmal da,
spüren wir den vorwurfsvollen "Blick" unseres Trauerkindes, manchmal wie körperlich
"Und ich? Für mich hast Du keine Zeit mehr, liebst Du mich nicht mehr?"
und wir bekommen ein schlechtes Gewissen, glauben eine schlechte Mutter zu sein,
die ihr totes Kind vernachlässigt.
Irgendwann hat sich aber alles eingespielt. Das Trauerkind merkt, daß es auch Zeit für es gibt,
daß es nicht vergessen ist.
Auch das Folgekind lernt, daß noch ein Geschwisterkind auch die Liebe seiner Eltern mit beansprucht.
Es wird zum Grab mitgenommen und wenn es älter wird, werden ihm Photos gezeigt und es wird ihm erklärt,
was passiert ist.
So wie Geschwister ganz selbstverständlich miteinander groß werden, lernt auch das Folgekind,
daß das Sternenkind das Trauerkind bei seinen Eltern gelassen hat, an seiner statt.
Und da auch bei der größten Geschwisterliebe Streit unvermeidlich ist, werden auch da Machtkämpfe,
 um die elterliche Aufmerksamkeit nicht ausbleiben.
Manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn man sein Folgekind richtig glücklich anlacht,
dann wieder wird das Folgekind zum "Kasper" oder "Haustyrann" wenn es merkt, daß Mama "zu lange" heute so still
und nachdenklich ist. Aber irgendwie gibt es dann auch schnell wieder Versöhnung.

Dann kommt das Kind in die Pubertät, lehnt sich gegen die Eltern auf, es gibt Zoff. "Laß mich in Ruhe.
Du hast mir überhaupt nichts zu sagen" etc. Die Liebe der Mutter wird ausgetestet bis zum geht nicht mehr,
aber sie ist (meistens) immer noch da, auch wenn viele Jugendliche den Kontakt zu ihren Eltern fast ganz ablehnen,
die Türen verschließen.
Und unser Trauerkind: Jetzt passiert es zum ersten Mal, daß wir z.B. einen Kinderwagen ansehen,
hineinschauen und das Baby bewundern, wartend auf das so bekannte Gefühl des Schmerzes - und es kommt nicht.
Wenn das zum ersten Mal passiert, erschrecken wir uns wahrscheinlich, denken
"Ich liebe mein Baby nicht mehr. Ich spüre den Schmerz nicht. Was bin ich für eine Rabenmutter".
Aber die Trauer will nicht mehr "abrufbar" sein.
Will einfach nicht mehr irgendwelchen Ritualen und Signalen gehorchen, will kommen und gehen, wann es ihm passt.
Jetzt kann es sein, daß man von heftiger Trauer mitten in der Nacht geweckt wird,
was wahrscheinlich schon lange nicht mehr passiert ist.
Wie ein Jugendlicher, der nachts um 3 beschließt seiner Mutter doch von seinem Liebeskummer zu erzählen.

Dann irgendwann ist das Kind erwachsen, verläßt das Elternhaus. Stirbt damit die Liebe der Mutter? Nein.
Nach einer Eingewöhnungszeit fängt die Mutter an, ihr Leben wieder ganz so zu leben, wie sie es möchte.
Sie liebt ihr Kind, aber es ist aus dem Haus. Und jedes Kind ist anders.
Einige rufen ihre Mutter 2 mal die Woche an, einige lassen sich noch eine Weile die Wäsche waschen und
sie sehen sich häufig, wieder andere melden sich nur zu Weihnachten und Neujahr.
Aber die Mutterliebe bleibt.
Und die Trauer. Auch die zieht irgendwann vielleicht aus,
nur das warme Gefühl der Liebe zu diesem Kind bleibt.
Und der gelegentliche Anruf, das gelegentliche Gefühl, das an den alten Schmerz erinnert,
aber doch ganz anders ist.

Und wie es bei lebenden Kindern sein kann, daß auch nach vielen Jahren,
die erwachsene Tochter mit einem Koffer in der Hand in der Tür steht,
weinend in die Arme der Mutter fliegt und erst einmal wieder für ein halbes Jahr zurück ins alte Kinderzimmer zieht,
kann auch unser Trauerkind zurückkommen, mal für einen Kurzbesuch, dann vielleicht sogar für eine ganze Phase.
Aber ob das nun passiert oder nicht, die Mutterliebe ist die Gleiche.

Jedes Kind entwickelt sich anders. Einige lernen erst mit 2 Jahren laufen, andere ziehen schon mit 16 von zu Hause aus.
Wir können das nur bedingt beeinflussen und es ist nicht das Maß unserer Liebe wie schnell oder
gut sich ein Kind entwickelt. Es steckt auch in ihm.
Und jedes unserer Trauerkinder entwickelt sich nach seinem Tempo, mit seinen Fortschritten und Rückschlägen.
Wir können mit Therapien und Gesprächen (wie zum Beispiel durch dieses Forum)
versuchen die Entwicklung zu unterstützen, aber ganz steuern können wir sie nicht.

Es ist nicht das Maß unserer Liebe zu unseren Sternchen, wie wir trauern, körperlich oder seelisch,
24 Stunden oder in Schüben. Alles hat seine Zeit.
Und die "Entwicklungszeit" unserer Trauerkinder läßt sich nicht in Erdenzeit messen.
Manche sind schon nach wenigen Monaten "Schulkinder"
andere sind noch nach Jahren in der "Säuglingsphase".

Copyright bei Sabine Meckelburg

 


    

Viele uns nahestehenden Menschen, sowie auch Bekannte, haben unseren Léon längst vergessen
- die Zeit aus ihrem Gedächnis radiert.
Doch für uns - für mich und Jörg, sowie meine Familie,
hat Léon Spuren in unserem Herzen hinterlassen.
Nicht nur dort, Léon hat uns zu anderen Menschen gemacht und unser Leben auf ewig verändert
- ich danke Dir dafür, Léon ... .

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen

Sich tief und tiefer ins Herz hinein,

Und während Tage und Jahre verstreichen, Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,

Sie scheinen zerronnen wie Schaum.

Doch Du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,

Die Welt wird ein Blütenmeer.

Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,

Da blüht nichts mehr .

(Ricarda Huch )

Ich bin nicht mehr die , die ich vor dem 31.10.1998 war und werde es auch nie wieder sein .....Ich habe mich verändert ..... das Leben hat sich verändert .... die Welt ist für mich eine andere geworden : 

 

Mitmenschen nehmt uns trauernde Eltern an!

Gehe behutsam mit uns um, denn wir sind schutzlos.

Die Wunde in uns ist noch offen

und weiteren Verletzungen preisgegeben.

Wir haben so wenig Kraft, um Widerstand zu leisten.

Gestattet uns unseren Weg, der lang sein kann.

Drängt uns nicht, so zu sein, wie früher,

wir können es nicht sein.

Denkt daran, daß wir in Wandlung begriffen sind.

Habt Geduld!

Wir wissen, daß wir Bitteres in Eure Zufriedenheit streuen,

daß Euer Lachen ersterben kann, wenn Ihr unser Erschrecken seht.

Daß wir Euch mit Leid konfrontieren, daß Ihr vermeiden möchtet.

Wenn wir Eure Kinder sehen, leiden wir.

Das "Nie mehr" ist wie ein Schrei in uns, der uns lähmt.

Wir müssen die Frage nach dem Sinn unseres Lebens stellen.

Wir haben die Sicherheit verloren, in der Ihr noch lebt.

Ihr haltet uns entgegen; auch wir haben Kummer!

Doch wenn wir Euch fragen,

ob Ihr unser Schicksal tragen möchtet erschreckt Ihr.

Aber verzeiht:

unser Leid ist so übermächtig,

daß wir oft vergessen,

daß es viele Arten von Schmerz gibt.

Ihr wißt vielleicht nicht,

wie schwer wir unsere Gedanken sammeln können.

Unsere Kinder begleiten uns.

Vieles, was wir hören, müssen wir auf sie beziehen.

Ihr vergangenes Leben mit uns zwingt uns zum Vergleich.

Wir hören Euch zu, aber die Gedanken schweifen ab.

Nehmt es an, wenn wir von unseren Kindern

und unserer Trauer zu sprechen beginnnen,

wir tun nur das, was uns drängt.

Wenn wir Eure Abwehr sehen,

fühlen wir uns unverstanden und einsam.

Laßt unsere Kinder bedeutend werden vor Euch,

teilt mit uns den Glauben an sie.

Noch mehr früher sind sie ein Teil von uns.

Wenn ihr unsere Kinder verletzt, verletzt ihr uns.

Mag sein, daß wir sie vollendeter machen als sie es waren,

aber Fehler zuzugestehen fällt uns noch schwer.

Zerstört nicht unser Bild!

Glaubt uns, wir brauchen es so.

Versucht, Euch in uns einzufühlen.

Glaubt daran, daß unsere Belastbarkeit wächst.

Glaubt daran, daß wir eines Tages

mit neuem Selbstverständnis leben werden.

Euer Zutrauen stärkt uns auf diesem Weg.

Wenn wir es geschafft haben,

unser Schicksal anzunehmen,

werden wir Euch freier Begegnen.

Jetzt aber zwingt uns nicht mit Wort oder Blick,

unser Unglück zu leugnen.

Wir brauchen Eure Annahme.

Vergeßt nicht:

wir müssen so vieles von neuem lernen,

unsere Trauer hat unser Sehen und Fühlen verändert.

Bleibt an unserer Seite !

Lernt von uns für Euer eigenes Leben

(Erik Bodner )

 

 

~ Die traurige Traurigkeit ~

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.
"Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum Zu hören war.
"Ach die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch. "Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."

"Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?" "Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, das du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?

"Ich.....ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.
"Traurig bist du also", sagte sie und, nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt." Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer.

"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen.
Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot.
Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen.
Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken.
Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.
Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet."
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
"Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen.
Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen.

Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklichheilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben.
Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu."
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die
zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das
zitternde Bündel.

"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt." Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber... aber - wer bist eigentlich du?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.

"Ich bin die Hoffnung".


Ich weiß Léon ist nicht alleine dort wo er jetzt ist, sicherlich hat er Nick, Tim & die Sternchen,
Erik, Chiara, Maria und viele andere Kids dort getroffen & kennengelernt,
- was sie wohl so treiben die vielen Sternenkinder????
Gerne wäre ich mal kurz zu Besuch .....
Schaue häufig in den Himmel beobachte das Funkeln der Sterne bei Nacht und
das Licht und den Himmel am Tag und spüre, er ist nicht fern - er ist mir ganz nah.

   

Sternenkindertraumland I          (c) by Andrea Metzger

(eine Geschichte frei erfunden von mir für Euch)



Die Sternenkinder waren heute ein wenig traurig. Da hatten sie so lange darum gebeten einmal einen kurzen Blick auf die Erde werfen zu dürfen und
als es Ihnen gewährt wurde konnten sie die von ihnen so sehr geliebten Gesichter ihrer Erdeneltern in solcher Trauer sehen,
dass es ihnen ganz schwer um die kleinen Herzen wurde. "Was sollen wir nur machen?"
fragte ein kleiner bezaubernder Junge in die Runde! Alle hatten sich unter einen großen,
bunt blühenden Schmetterlingsbaum gesetzt und überlegten. "Wir müssen Ihnen irgendwie sagen wie lieb wir sie haben und
dass wir sie fest in unseren Herzen tragen" flüsterte ein Mädchen mit einer Stimme wie helles Glockenläuten
"Und das wir wissen das sie uns immer lieben! ".

"Aber wie?" fragten sie sich alle "Sie denken so fest an uns und sind mit Ihren Gedanken immer bei uns,
aber diese Gedanken und die Trauer nehmen Sie völlig ein so dass kein Platz bleibt unsere Gedanken- und Traumworte
zu verstehen." Ein Mädchen, schön wie eine kleine Elfe weinte ein bisschen "Ich habe meine Mami und
meinen Papi doch so lieb und ich möchte so gerne, dass sie wissen das es mir gut geht hier bei Euch?
meinen Sternengeschwistern ? in unserem Sternentraumland.
"Sie blickte sich um und sagte "Wenn Sie nur sehen könnten wie schön es hier ist!
Wenn Sie nur wissen könnten, dass jede Träne die sie um uns weinen eine der wunderschönen,
roten Rosen hier wachsen lässt" Die Kleine streichelte liebevoll eine der satten,
vollen Rosenblüten "Wenn wir ihnen nur sagen könnten, dass jeder Traum den sie von uns Träumen einen neuen,
glitzernden, warmen See entstehen lässt der aussieht wie der reinste Edelstein!
Das jeder Gedanke den Sie an uns richten die Sonne ein klein bisschen heller und wärmer scheinen lässt und
einen Sonnenstrahl gebärt!"

 Sie seufzte "Das würde ich mir wünschen " "Doch wie sollen wir es Ihnen sagen" rief ein Junge.
Doch dann lächelte er "Ich weiß wie!" und alle rutschten ein klein wenig näher zusammen und
er erzählte ihnen von seinem Plan "Wir müssen jemanden finden der ein offenes Herz für uns hat und
der an uns glaubt. Jemanden der uns lieben könnte obwohl er uns nicht kennt!
Dieser Jemand darf aber die schlimme Erfahrung die unsere geliebten Erdeneltern machen mussten,
nicht erlebt haben denn sonst überwiegt wieder die Trauer und wir werden nicht gehört! Das ist mein Plan!
"Er blickte beifallsuchend in die Runde der Sternenkinder, aber der gewünschte Applaus blieb leider aus."
Das wird aber soooo schwierig!" "Wo sollen wir einen solchen Menschen finden?"
"Viele auf der Erde denken doch sogar wir wären noch nichtmal richtige Kinder!" 

"Die meisten verschließen sich vor den Gedanken an uns und würden am liebsten leugnen dass so etwas sein kann!"
"So jemanden finden wir nie!" Alle riefen durcheinander und es war ihnen anzusehen,
dass sie nicht ganz an das Gelingen des Plans glaubten! Ein Junge der schon etwas grösser war als die anderen und
mit seinen himmelblauen Augen, den Sommersprossen auf der Nase und
den kreuz und quer verwuschelten Haaren aussah wie der liebste Spitzbub den man sich vorstellen kann rief
"Lasst es uns doch wenigstens versuchen! Wir sind doch nicht so wie die vielen Erdenmenschen die an nichts mehr glauben!
Wir glauben doch an unsere lieben Eltern! Ich bin sicher wir werden jemanden finden! Ganz bestimmt!"
Auch das elfengleiche Mädchen wischte sich die Sternschnuppentränchen aus den Augen und rief
"Ja...lasst es uns versuchen!" Die Sternenkinder flogen mit den großen, bunten Schmetterlingen zu Ihren Sternen und
schickten sich an die Menschen zu beobachten um jemanden zu finden der auf sie hören würde und
Ihren Eltern eine Botschaft von Ihnen überbringen könnte!

Sehr lange saßen sie auf ihren Aussichtsplätzen und beobachteten die Welt!
Was sie sahen machte sie mehr als einmal mutlos! "Es scheint als wäre die Erde von ignoranten,
gefühllosen Menschen ohne jegliches Gespür bevölkert" dachte sich der süsse Spitzbub der die Idee
verteidigt hatte "Vielleicht hatten die anderen doch recht?" seufze er. "Aber es muss doch noch
einen Menschen geben der außer unseren Eltern, Omis und Opis und Geschwistern an uns denkt" Sein Blick
folgte einem Sonnenstrahl bis er auf der Erde auftraf und sein Herz hüpfte vor Freude! Der Sonnenstrahl
fiel direkt durch ein Bürofenster und an einem Schreibtisch sah er eine junge Frau an ihrem Computer sitzen. 

Der Junge fühlte sich sofort zu Ihr hingezogen, wollte sie aber noch eine Weile beobachten bevor er es den
anderen sagen wollte um sicher zu gehen, dass sein Gefühl richtig war. Die Frau schaute mit tränenblindem
Blick auf den Monitor und der Junge rutschte auf dem fünften Zacken seinen Sterns ganz nach vorne um sehen
zu können was die Frau so traurig machte. Was er sah ließ ihn erschauern, die Frau schaute sich ein Bild
eines Babys an! Und ? das war unglaublich ? das Baby war er! Die Frau schaute sich gerade seine Homepage an,
die die Erdeneltern des Jungen liebevoll für ihn angefertigt hatten. Er sah wie sie immer noch weinte und mit
 dem Zeigefinger vorsichtig über sein Bild am Monitor strich, er konnte Ihre Berührung spüren wie sie ihm
leicht an der Nase stubste und sein Gesicht streichelte. 

Er merkte, dass die fremde Frau ihm ganz nahe war. "Das ist sie!" jubelte er "Ich habe Sie gefunden!
Sie ist genau die Richtige!" Aufgeregt schickte er seinen Sternenschmetterling zu allen den kleinen
leuchtende Sternchen um die anderen Kinder zu benachrichtigen und so trafen sie sich kurz darauf wieder
unter dem großen Schmetterlingsbaum der niemals seine Blüten verlor und der Junge erzählte den Sternenkindern
von der Frau und dass er ganz deutlich spüren konnte dass sie liebevoll an ihn und alle Sternenkinder
dachte obwohl sie sie nicht kannte! "Das ist ja wundervoll! Sie muss es sein" rief ein Mädchen und
lachte ein glockenhelles Lachen, so glücklich war sie! Plötzlich war alles ganz einfach und
jeder wusste was er zu tun hatte! 

Sie setzten sich alle im Kreis und fassten sich an den Händen! Da lagen kleine in grossen Händen,
weiße Hände in schwarzen und Mädchenhände in denen der Jungen! Ein Gefühl der Ruhe und
der großen Freude durchdrang sie als sie die Augen schlossen und alle Ihre Gedanken,
Ihre Träume und Ihre Worte an die geliebten Eltern an die fremde Frau schickten!
Ich sass gestern nach einem Tag voller Gedanken an die Sternenkinder zu Hause und
beobachtete meine Sternenkinderkerze die ich gerade in liebevollem Gedenken an Kinder
die ich nicht kannte angezündet hatte. Plötzlich überkam mich ein Gefühl der Leichtigkeit und des Glücks.
Ich schloss die Augen und überließ mich diesem Gefühl völlig und wünschte das es nie aufhören möge! 

Ich hörte Kinderstimmen rein und klar wie ein Bergsee, ich hörte Kinderlachen das glockenhell in meine Seele drang
und ich hörte zu! Lange hörte ich zu und heute schreibe ich die Geschichte auf! Liebe Sternenkindereltern,
Eure Kinder sind immer in und um Euch und sie lieben Euch von ganzem Herzen!
Sie spielen auf blühenden, bunten Wiesen fangen! Die schwimmen in silbernen Seen und
essen die süssesten Früchte! Sie haben den Regenbogen für Ihre Rutschpartien und
sie jagen den Sonnenstrahlen nach! Jede eurer Tränen lässt eine rote Rose erblühen die
Eure Kinder mit ihrer Schönheit und ihrem Duft erfreut! Jeder Traum den Ihr von
Euren Kindern träumt erschafft einen klaren, im Sonnenlicht funkelnde See in dem
Eure Kinder die Füsse baumeln lassen und Papierschiffe segeln lassen! Jeder eurer
 Gedanken an sie lässt die Sonne für Eure Kinder noch ein wenig wärmer und
goldener scheinen und neue Sonnenstrahlen entstehen die sie an den Näschen kitzeln!
Die Luft die eure Kinder atmen ist erfüllt von Ihrem glücklichen Lachen! Große,
 bunte Schmetterlinge sind Ihre Gefährten und tragen sie jubelnd durch die Lüfte!
Sie schlafen auf Ihren Sternchen und lassen sich von dem warmen Licht einhüllen und eure Träume sind ihr Schlaflied!
 

Eure Sternenkinder sind im Sternenkindertraumland und lieben Euch von ganzem Herzen!


Geschrieben von Andrea M. © im Juli 2001

Sternenkindertraumland II

(Fortsetzung geschrieben von Andrea M.)

„Die Geschichte ist wieder vergessen!“ rief der kleine Junge mit den süssen Sommersprossen den anderen zu!
„Ich habe es heute gespürt, viele unserer Mamis sind so tief traurig heute und
denken nicht mehr daran das wir alle zusammen hier im Sternenkindertraumland spielen,
auf dem Regenbogen rutschen, unsere Füsse in klaren Seen baden und auf leuchtenden Sternchen schlafen!“
Alle Sternenkinder sassen wieder unter dem blühenden und duftenden Schmetterlingsbaum zusammen und
machten sich Sorgen um Ihre Erdeneltern. „Meine Mami hat heute Geburtstag und da soll sie doch lachen,
singen und tanzen und glücklich sein! Aber sie ist traurig weil ich nicht bei ihr sein kann!“
Das Kind schaute aus seinen leuchtenden Sonnenaugen die anderen fragend an.
„Ja“ seufzten zwei weitere Mädchen „Heute vor zwei Jahren wusste ich plötzlich,
daß ich nicht bei meiner Mami bleiben kann, sondern das ihr im Sternenkindertraumland auf mich wartet“
flüsterte das jüngere der wunderschönen Mädchen, denen man genau ansehen konnte das sie Geschwister waren
 „Ich wollte sie damit aber doch nicht traurig machen, ich durfte ihr so viel Freude schenken,
ich war bei ihr und sie hat mich gefühlt und geliebt! Damit wollte ich sie doch glücklich machen und
trotzdem ist sie so unsagbar traurig!“ Das grössere der Mächen hielt das Kleine ganz fest im Arm und
streichelte ihr über das seiden glänzende Haar! „Komm, komm liebe kleine Schwester nicht weinen,
 wir werden schon einen Ausweg finden!“ „Unserer Mami geht es auch nicht gut! Das konnten wir von
 unserem Sternchen aus sehen! Wir möchten sie so gerne einmal glücklich lachen sehen!“
Zwei herzallerliebste Mädchen die sich glichen wie eine Rosenblüte im Sternenkindertraumland der anderen,
schauten traurig aus den glänzenden Kulleraugen „Sie versucht ja ganz feste damit klar zu kommen,
daß wir schon so früh ins Sternenkindertraumland gegangen sind!“ „Aber sie ist so stark und
sie gibt sich viel Mühe ihr Leben zu meistern!“ flüsterte die Kleine
„Manchmal muss ich sogar ein bischen über sie lachen! Sie macht ab und an so komische Verrenkungen!
Yoga nennt sie das, aber ich glaube das tut ihr sehr gut und deshalb bin ich stolz auf sie,
daß sie sich so doll verbiegen kann!“ Die Kinder waren still und jedes von Ihnen dachte an
seine Eltern und daran, daß alle der Geliebten darüber so tief traurig waren daß sie, als Ihre Kinder,
im Sternentraumland waren!

„Was ist mit der Frau am Computer“ fragte ein kleiner Junge „Kann sie uns nicht helfen?“
„Doch das kann Sie, aber Sie kann unseren liebsten Eltern nur mitteilen auf was Sie achten sollen und
sie daran erinnern trotz Ihrer Trauer um uns die Augen und Ihre Herzen für unsere Botschaften offen zu halten!“
 erklärte der Junge der einst die Frau am Computer entdeckte, als die Sternenkinder jemanden finden mussten
der liebevoll an sie denkt, aber nicht durch den Schmerz um den Verlust fast verrückt wurde!
Ein elfengleiches Mädchen, kaum grösser als 50 cm aber durch und durch wunderschön und perfekt
spielte gedankenverloren mit einem Sonnenstrahl der sich im Glanz ihres Haares brach und
dadurch plötzlich auf die Erde geleitet wurde und dort durch die Wolken sichtbar war!
„Das ist es doch“ rief sie aufgeregt „Wir Sternenkinder schicken unseren lieben Eltern Zeichen von hier!
Jeder von uns ein Zeichen und die Frau am Computer muss es ihnen sagen, daß sie darauf achten sollen“!
sie war ganz aufgeregt „Was sagt ihr dazu?“ fragend sah sie in die Runde.
Die beiden engelsgleichen Zwillingsmädchen strahlten, das kleine Schwesterchen drückte
ihre grosse Schwester ganz aufgeregt, die Augen des Kindes mit den Sonnenaugen strahlten
noch ein bischen heller und alle Sternenjungen und Sternenmädchen fanden diesen Vorschlag wunderbar!

Sie setzten sich im Kreis um ihren Schmetterlingsbaum und fassten sich an den Händen!
Und wieder einmal lagen da kleine in grossen Händen, weiße Hände in schwarzen und Mädchenhände in denen der Jungen!
Ein Gefühl der Ruhe und der großen Freude durchdrang sie als sie die Augen schlossen und
jedes Kind schickte etwas an seine geliebten Eltern! Eines schickte eine kleine,
weisse Wolke die wie Wattepausch über den Himmel schaukelt! Ein anderes schickte reine, klare,
kühlende Regentropfen die wie Edelsteine waren! Wieder ein anderes Sternenkind
schickte einen wunderschönen Schmetterling der wie ein Tänzer elegant durch die Lüfte schwebt!
Ein weiteres schickte einen Baum der seine Zweige ausstreckt um die Trauernden schützend zu umarmen!
Eines schickte grünes, saftiges Gras, das an den Füssen kitzelt wenn man barfuß darüber tanzt!
Ein Kind schickte Wind, der einmal sanft durchs Haar streicht um zu trösten und ein anderes mal
erfrischend und jubelnd über die Berge und Ebenen pfeift! Ein anderes Kind schickte einen Vogel,
der singend und pfeifend jeden erfreut! Jedes Kind dachte mit Liebe an seine Eltern und schickte etwas auf die Erde,
das sie erfeuen sollte und das sie daran erinnern sollte das ihre Kinder sie liebten und sie immer in Ihrem Herzen trugen!

*copyright der privat erstellten Fotos liegen bei uns & dürfen nicht
ohne Genehmigung vervielfältigt oder irgendwo mit hin genommen werden - danke :- ) *
 

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